Veränderung im Jahreslauf

Nun habe ich seit dem August 2005 jeden Monat zwischen dem 10. und 20. Tag im Sensegraben Fotos gemacht. Jedes Mal war ich wieder von neuem begeistert von der fantastischen Natur direkt vor meiner Haustüre. Die Veränderungen waren immer vorhanden, jedoch nicht immer gleich offensichtlich. Hier einige Beispiele:

Zwischen den Fotos vom August und September zum Beispiel fanden die grossen Überschwemmungen statt. Der Flusslauf veränderte sich total. Auf dem Talboden konnte ich im September praktisch keine Pflanzen und Gras mehr finden. Dafür lagen überall entwurzelte Bäume herum, welche zum Teil heute noch dort sind.

Die Veränderung des Waldes hat mich auch erstaunt. Um hier nur ein Beispiel zu nennen: Im April war alles noch braun und kahl, doch einen Monat später hatten die Buchen junge Blätter bekommen. Dieser markante Unterschied ist auf den Aufnahmen gut zu erkennen. Wenn wir gerade bei der Vegetation sind, möchte ich noch kurz das vom Wasser geformte Ökosystem erläutern: Die Auen lassen sich grob in drei Zonen unterteilen.

Schematische Darstellung der Vegetation in der Auenlandschaft

  1. Das Flussbett selbst wird durch Wasser und Geschiebe häufig umgestaltet. Hier gedeihen nur Pionier-Krautpflanzen, die sich zwischen zwei Hochwassern rasch entwickeln und sich jedes Jahr neu ansiedeln können. Auch einzelne Weidengebüsche können in den rohen Kiesböden Wurzeln schlagen.
  2. Die Auenterrassen, welche ans Flussbett grenzen, sind von Weiden oder Erlen bewachsen. Hier sind die Standortbedingungen stabil genug, dass sich zwischen zwei Hochwassern ein Pionierwald entwickeln kann: Die Weichholzaue. Baumarten mit leichtem, weichem Holz dominieren hier (z.B. die Grauerle).
  3. Die etwas weiter vom Fluss entfernt liegenden Bereiche und die höher gelegenen Terrassen werden nur noch sehr selten überschwemmt. Hier entsteht nach Jahren ungestörter Vegetationsentwicklung eine Hartholzaue aus Eschen, Buchen und Föhren. Im Sensegebiet sind untypischerweise auch Rottannen zu finden. Diese Wälder werden von Bäumen mit schwerem, hartem Holz geprägt. Die Hartholzaue findet man im Sensegraben vor allem an den Hängen.

Ein weiterer gut erkennbarer Unterschied ist die Temperatur, welche sich am Aggregatzustand des Wasser, der Wassermenge und der Temperatur des Wassers feststellen lässt. Auf den Fotos vom Dezember bis im März hatte es an diversen Orten Eiszapfen und auch wenig Schnee. Im April habe ich klar gemerkt, dass die Sense Schmelzwasser führte, da ich grosse Mühe hatte, trockenen Fusses zu einem meiner Fotostandorte zu gelangen.

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